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Lerntipp Nummer 1: Ruhiger Arbeitsplatz

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Ruhiger Arbeitsplatz

Um effektiv und effizient lernen zu können, bedarf es einer ruhigen und ungestörten Lernumgebung. Dies bezieht sich sowohl auf den Lärmpegel als auch auf die Ordnung.

Wie außen so innen

Ist also die äußere Lernumgebung aufgeräumt und leise, kann der Stoff wesentlich leichter und schneller aufgenommen, verarbeitet und gefestigt werden.

Nicht umsonst herrscht in manchen Klassenzimmern ein einheitliches Bild auf und unter den Tischen: Die Schultasche hat ihren festen Platz rechts oder links, das Mäppchen liegt oben außen, Bücher daneben und Hefte darunter.

Das verschafft nicht nur einen schnellen Überblick, sondern sorgt außerdem für absolute Konzentrationsfähigkeit im Gehirn. Unser Gehirn liebt klare Strukturen und wenn wir ihm diese bieten, arbeitet es sehr gern.

Ist allerdings keine feste Ordnung geboten und liegen die Hefte, Bücher und das Mäppchen mal hier und mal da, ist das Gehirn ständig abgelenkt, weil es nach der idealen Struktur sucht und den Kindern fällt die Konzentration auf die Hausaufgaben oder den Lernstoff extrem schwer. Dazu müssen sie nicht einmal unter ADS oder ADHS leiden.

Erste Maßnahme: Das Mäppchen

Wenn das Chaos und Herumzappeln schon gefestigt sind, kann man mit ganz kleinen Schritten anfangen.

Das erste, was ich mit Schülern in der Nachhilfe zum Thema Ordnung kontrolliere, ist das Mäppchen. Das zeigt mir ganz einfach, wie ein Kind strukturiert ist. Sehen Sie sich das Mäppchen Ihres Kindes mal genau an:

  • Sind alle Stifte, Füller, Radiergummi und Lineal vorhanden?
  • In welchem Zustand befinden sich die Arbeitsutensilien? Sind die Stifte angespitzt? Sind sie abgekaut? Hat das Lineal abgebrochene Ecken? Ist etwas verklebt oder verdreckt?
  • Ist alles übersichtlich einsortiert oder wild verstreut?
  • Sind sonstige Dinge wie Zettelchen, Spielfiguren oder Ähnliches enthalten?

Wenn alles sauber und ordentlich ist, können Sie sich gleich um den Arbeitsplatz kümmern.

Andernfalls gilt es, hier als erstes für Ordnung zu sorgen. Das kann natürlich bedeuten, dass sie viele Stifte neu kaufen müssen, aber das sollte es wert sein. Sortieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind alle kaputten Utensilien aus und ersetzen Sie diese mit neuen. Oftmals genügt auch eine gründliche Reinigung.

Wenn alles gereinigt und sortiert ist, machen Sie am besten ein Foto, denn von nun an soll das Mäppchen immer so aussehen. Jetzt ist es die Aufgabe Ihres Kindes (NICHT IHRE!!!), diese Ordnung jeden Tag wiederherzustellen. Denn natürlich werden die Stifte benutzt und müssen nachgespitzt werden und auch der Füller verlangt ab und zu nach einer neuen Patrone. Bitte kontrollieren Sie die Umsetzung und vereinbaren Sie auch eine Konsequenz für die Nichteinhaltung.

Denn Sprüche wie: „Nur ein Genie beherrscht das Chaos.“ sind nur allzu wahr. Das ständige Herumkramen auf der Suche nach einen funktionsfähigen Bleistift kostet Zeit und Nerven und lenkt vom Eigentlichen gravierend ab.

Der Schreibtisch

Finden Sie mit Ihrem Kind einen ruhigen Platz in seinem Zimmer oder einem anderen Raum und entfernen Sie alles vom Schreibtisch. Wenn der Schreibtisch komplett leer ist, überlegen Sie gemeinsam, in welcher Ecke die Stifte stehen sollen, wo die Lampe das beste Licht verbreitet, wo der Leseständer steht und so weiter. Am besten machen Sie ein Foto von dem sortierten Schreibtisch, das Sie ausdrucken und gut sichtbar aufhängen. Denn am Anfang wird es sehr schnell wieder vorkommen, dass sich Spielzeug, Zeitschriften, Teller oder sonstige Ablenkungen auf dem Schreibtisch wiederfinden. Das ist auch ganz normal. Kinder benötigen ungefähr vier Wochen, um sich an etwas zu gewöhnen. Deshalb sollten Sie in diesen ersten vier Wochen jeden Tag vor den Hausaufgaben oder am Abend nach dem Spielen gemeinsam den Schreibtisch nach dem Foto aufräumen, damit es zur Gewohnheit wird. Das ist meist in ein paar Minuten erledigt.

Wenn sich beim Arbeiten herausstellt, dass die anfangs gewählte Ordnung nicht funktioniert, erstellen Sie einfach gemeinsam eine neue, machen ein Foto und die vier Wochen beginnen von vorn.

Sollte Ihr Kind keinen eigenen Schreibtisch besitzen, können Sie auch gern Ihren zur Verfügung stellen, der natürlich ebenso aufgeräumt wird. Wichtig ist nur ein fester Platz mit einer festen Ordnung. Denn so schaltet das Gehirn in den „Arbeitsmodus“ um. Sämtliche Medien sind hier tabu!

Da Sie als Vorbild fungieren, ob Sie das wollen oder nicht, schauen Sie sich einfach bewusst in Ihrem Zuhause um und beseitigen dort, gern auch mit dem Kind zusammen, die kleinen oder großen chaotischen Ecken. So zeigen Sie, dass auch Sie an Ordnung interessiert sind und sich ebenso der Herausforderung stellen wollen, diese einzuhalten. Gegenseitige Motivation führt sicher zum Ziel!

Ich weiß, dass es nicht leicht ist, diese Strukturen mit einem hyperaktiven oder ständig abgelenkten Kind umzusetzen, aber es dauert gar nicht lange, bis das Kind selbst bemerkt, dass das Lernen so leichter fällt. Und wenn sich dann die Noten verbessern, ohne dass mehr gelernt werden muss, wird die Ordnung zu einem geliebten Ritual.

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