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Aktiv und Passiv

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Aktiv und Passiv im Deutschen

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Aktiv und Passiv?

Ganz einfach: Im Aktiv liegt der Fokus auf dem Handelnden, im Passiv auf der Handlung.

Zum Beispiel: Die Lehrerin hilft den Kindern. (Aktiv) Den Kindern wird von der Lehrerin geholfen. (Passiv)

Können alle Verben ein Passiv bilden?

Nein. Nur Verben, die im Aktiv ein Akkusativ-Objekt haben, können auch ein Passiv bilden, denn dieses Akkusativ-Objekt wird im Passiv zum Subjekt.

Wie wird die Passivform gebildet?

Die Passivform wird immer mit einer Form des Hilfsverbs werden gebildet.

Achtung: Nicht mit der Zeitform Futur verwechseln, denn die wird auch mit werden gebildet! Unterscheiden kann man das Passiv Präsens und das Futur aber ganz einfach:

Das Futur wird mit einer finiten (gebeugten) Form von werden und dem Infinitiv des Vollverbs gebildet. z. B. ich werde lieben

Das Passiv Präsens wird mit einer finiten (gebeugten) Form von werden und dem Partizip Perfekt des Vollverbs gebildet. z. B. ich werde geliebt

Grundsätzlich hat die Passivform immer eine Verform mehr als die entsprechende Aktivform.

Was ist der Unterschied zwischen Zustandspassiv und Vorgangspassiv?

Während das Vorgangspassiv die Handlung betont, beschreibt das Zustandspassiv einen Zustand nach einer Handlung.

Das Zustandspassiv kann in allen Zeiten gebildet werden. Es hat gleich viele Verbformen wie das Vorgangspassiv, also immer eine mehr als die Aktivform. Es wird allerdings mit dem Hilfsverb sein gebildet. z. B. ich bin unterrichtet im Gegensatz zu ich werde unterrichtet

Merksätze

Transitive Verben sind Verben, die ein Passiv bilden können. Intransitive Verben können kein Passiv bilden.

Aktiv: Der Handelnde steht im Mittelpunkt.

Vorgangspassiv: Die Handlung steht im Mittelpunkt.

Zustandspassiv: Das Ergebnis der Handlung steht im Mittelpunkt.

Das Vorgangspassiv wird mit dem Hilfsverb werden gebildet, das Zustandspassiv mit sein.

Bei der Umwandlung vom Aktiv ins Passiv wird das Akkusativobjekt zum Subjekt. Der Handelnde wird mit einer Agensangabe (von…, durch…) angegeben oder weggelassen.

Ist im Passivsatz keine Agensangabe (ein Handelnder) vorhanden, wird im Aktivsatz das unpersönliche man als Subjekt eingesetzt.

Um zu erkennen, ob es sich um einen Aktiv- oder einen Passivsatz handelt, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Ich betrachte die Verbformen und erkenne die richtige Handlungsrichtung. Die Passivform hat immer eine Verbform mehr als die Aktivform der gleichen Zeit.

2. Ich stelle mir die Frage, ob das Subjekt des Satzes selbst handelt oder ob eine Handlung an ihm ausgeführt wird.

Um das Passiv Präsens vom Aktiv Futur I zu unterscheiden, betrachte ich das Vollverb:

Infinitv = Futur I, Partizip Perfekt = Passiv Präsens

Zum Lernen und Üben:

Cover_Kinderleichte Grammatik-Aktiv und Passiv
Kinderleichte Grammatik-Aktiv und Passiv

Autor: Doreen Fant

Autorin, Bloggerin

2 Kommentare

  1. Die Erklärungen sind toll und einfach zu verstehen, danke!

    Ich möchte allerdings einen kleinen Hinweis anbringen zur Verwendung der Passiv-Form: Nicht immer steht beim Passiv die Handlung im Vordergrund, oft geht es ausdrücklich darum, WER etwas gemacht hat – sogar mehr, als wenn der Satz im Aktiv stünde.

    Beispiele:
    Die Brücke wurde von den Römern gebaut.
    Er wird von Frau Dr. Müller behandelt werden.

    Liebe Grüße – Doris

  2. Die beste Erklärung und eine großartige übersichtliche Zusammenfassung!

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